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Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat sich seit mehr als 3'000 Jahren als medizinisches Heilsystem bewährt. Die TCM ist eine ganzheitliche Therapiemethode. Ziel ist es, den Organismus zu regulieren, also Körper, Seele und Geist ins Gleichgewicht zu bringen. Sie strebt die Balance der natürlichen Kräfte an: Kälte – Hitze, Fülle – Leere, Yin - Yang sollen ausgeglichen werden, Blockaden beseitigt, die Abwehrkräfte gestärkt werden, usw.

Somit kann die TCM bei akuten und chronischen Erkrankungen sowie zur Prävention eingesetzt werden. Auch bei sogenannten „funktionellen Störungen“ zeigt sie gute Erfolge.

Die Behandlungsmethoden der TCM ergänzen und unterstützen sich gegenseitig und können einzeln oder kombiniert angewendet werden.

Für ihre Anwendung ist eine vorausgehende genaue Diagnostik gemäss der Traditionellen Chinesischen Medizin unabdingbar.

Zu den klassischen Therapieformen der TCM gehören:


Akupunktur








Akupunktur ist die im Westen am weitesten verbreitete Methode der Chinesischen Medizin. Krankheiten sind laut TCM entweder auf eine Störung des Energieflusses oder auf ein Ungleichgewicht der inneren Organe zurückzuführen. Das System der Energien Yin und Yang ist bei einem gesunden Menschen im Gleichgewicht. Bei einer Krankheit ist dieses Gleichgewicht gestört. Durch den Nadelstich an definierten Punkten wird der Fluss der Energien (Qi & Xue) im Leitbahnsystem (auch Meridiane genannt) beeinflusst. Ausser bei Schmerzen ist sie bei Allergien, Asthma, Magen-Darm-Leiden, Schlafstörungen und einer Vielzahl anderer organischer und funktioneller Beschwerden wirksam (zur Indikationsliste WHO).

Üblicherweise werden zwischen 1-20 Punkte stimuliert, die Behandlung dauert ca. 50 Minuten. Je nach Beschwerdebild sind meist 5-15 Behandlungen sinnvoll, bei sehr lange dauernden Krankheiten können auch mehr Sitzungen notwendig werden.

Elektroakupunktur

Bei der Elektroakupunktur handelt es sich um eine Variante der herkömmlichen Akupunktur. Dabei wird die Wirkung der Akupunkturnadeln durch elektrischen Strom verstärkt.

Laserakupunktur








Bei der schmerzfreien Laserakupunktur wird an Stelle der Nadeln ein energiereicher, gebündelter Lichtstrahl eingesetzt. Die Laserakupunktur-Behandlung ist im Unterschied zur klassischen Nadelakupunktur völlig einstichfrei und somit besonders geeignet für stark schmerz-sensibilisierte Personen, Kinder, und schwache Personen.

Die Laser-Akupunktur wird seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich in der Medizin eingesetzt. Ursprünglich für die schmerzfreie Akupunktur entwickelt (Laserlicht statt Metallnadeln), wird das Verfahren inzwischen bei zahlreichen Erkrankungen eingesetzt. Es gibt mittlerweile über einhundert Studien und Veröffentlichungen in anerkannten Fachzeitschriften, die die Wirksamkeit und Effektivität der Laser-Akupunktur belegen. So hat beispielsweise das renommierte Journal The Lancet 2009 eine Metastudie zum Thema “Laser gegen Nackenschmerzen“ veröffentlicht. Dabei schnitten die bei der Laser Therapie verwendeten niederenergetischen Laserstrahlen im Vergleich zu schmerzstillenden Medikamenten besser ab und das ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

Ohrakupunktur








Die Ohrakupunktur stellt ein eigenes, von der Körperakupunktur unabhängiges System der Akupunktur dar. Die Reflexpunkte des Ohres spiegeln den gesamten Körper des Menschen wieder.

Innerhalb des Ohres befinden sich über 100 Ohrreflexpunkte, die mit Organen (Funktionskreisen), Körperabschnitten oder speziellen Körperfunktionen über einen neuralen Reflex (wechselseitige Verbindung durch Nervenbahnen) in Verbindung stehen, d.h. diese Punkte lassen sich sowohl diagnostisch als auch therapeutisch nutzen.

Liegen Beschwerden oder Erkrankungen in einem Organ / Körperabschnitt vor, so wird sich der entsprechende Ohrreflexpunkt als besonders druckschmerzhaft erweisen, evtl. sogar sichtbar verändern. Auf diese Weise ist es möglich durch Betasten des Ohres mittels einer speziellen Tastsonde, das Ohr als diagnostisches Mittel heranzuziehen.

Um den therapeutischen Reiz bei chronischen Beschwerden zeitlich zu verlängern werden Sandkornpflaster eingesetzt, dies sind Pflaster mit kleinen Körnern (Kuhkraut-Samen), die den Ohrreflexpunkt akupressieren.

Kräutertherapie / Phythotherapie








Über 400 wichtige Kräuter sind bei uns in der Schweiz über Kräuterfirmen erhältlich, die für Identität, Qualität und Reinheit garantieren. Überwiegend werden Heilpflanzen eingesetzt (Blätter, Blüten, Wurzeln, Rinden), selten auch mineralische oder tierische Substanzen (z.B. bestimmte Muschelschalen). Auf Artenschutz wird streng geachtet. Die Kräuter werden immer als Kombination (2-15 Einzelmittel) als "Rezeptur" vom Arzt verordnet und abgekocht (Dekokt) eingenommen, üblich sind jedoch auch andere Einnahmeformen wie Granulate (Instantpulver), Tabletten und Kapseln.

Zur Einnahme der Kräuter erhalten Sie auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Anweisungen, die genau zu befolgen sind. Das Granulat sollte in möglichst heissem Wasser aufgelöst und eingenommen werden, dazu kann beispielsweise etwas Honig oder Orangensaft aufgrund des bitteren Geschmackes beigemischt werden.

Neben akuten Infektionen wirken die Kräuter besonders bei Allergien, Hautkrankheiten, Reizdarm, Darmentzündungen, Gastritis, Hepatitis, Regelstörungen.

Tuina-/Anmo-Massage

Tuina (Chin.: tui = schieben, drücken; na = greifen, ziehen) auch Tuina-Massage oder Tuina-Anmo ist die manuelle Therapie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Der Therapeut arbeitet mit Fingerkuppen, Handballen, Handflächen und dem Ellenbogen. Es geht darum, bestimmte Punkte der Meridianbahnen zu reizen. Es gibt dafür 18 Grundgriffe und insgesamt rund 300 Einzelgriffe. Die Haupttechniken sind Druck, Vibration, Bewegung auf dem Gewebe und "greifendes Kneifen". Ausserdem werden Manipulationen der Gelenke vorgenommen. Jede Behandlung erfolgt in drei Phasen: Aktivierung, Intervention und Harmonisierung.

Der grundlegende Unterschied zur westlichen Physiotherapie ist die Möglichkeit einer ganzheitlichen, chinesischen Diagnosestellung mit individueller und dadurch effektiverer Behandlung. Sie ist besonders wirksam bei Schmerzen im Bewegungsapparat wie Lendenwirbelsystem (LWS) - und Halswirbelsystem (HWS) - Syndromen, Schlafstörungen, Depressionen oder Kopfschmerzen. Bei Kindern spielt Tuina eine besonders wichtige Rolle.

Eine Massage dauert je nach Bedarf rund 15 bis 30 Minuten. Eine komplette Therapie umfasst in der Regel 10 bis 15 solcher Sitzungen.

Schröpfen








Schröpfen ist ein traditionelles Therapieverfahren und wird in vielen Kulturen (China, antikes Ägypten, Griechenland und Indien) angewendet. Während früher mit Bambusröhren geschröpft wurde, geschieht das heute mit entsprechend angenehm geformten Schröpfgläsern. Dabei wird in Schröpfgläsern ein Unterdruck erzeugt. Diese Schröpfgläser werden direkt auf die Haut des Patienten gesetzt, mit der Idee, durch den Unterdruck eine Ausscheidung von Schadstoffen über die Haut zu erreichen. Der Unterdruck wird üblicherweise entweder durch Absaugen der Luft aus dem Glas oder durch kurzfristige Erhitzung des Glasinneren mit Hilfe einer Flamme erreicht.

Schröpfen wird gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, u.a. Migräne, Mandelentzündungen, Rheuma, Lungenkrankheiten, Gelbsucht, Bandscheibenprobleme, Hexenschuss, Nierenschwäche, Bluthochdruck.

Während des Schröpfens sammelt sich vermehrt Blut an der behandelten Stelle, es entsteht oft ein lokales Hämatom (Bluterguss).

Diätetik








In China war man sich schon sehr früh bewusst, wie bedeutsam eine ausgewogene Ernährung für das allgemeine Wohlbefinden ist. Man sah Lebensmittel als milde, aber wichtige Therapeutika an. Eine Ernährungsberatung und Umstellung nach der Chinesischen Diagnose ist häufig sinnvoll und notwendig. Die Leibespflege (yangsheng) gibt darüber hinaus eine Vielzahl wichtiger Lebenshilfen, die zu einem langen, gesunden, erfüllten Leben führen.

Moxibustion

Mit der Moxa-Therapie, auch Moxibustion genannt, wird über die Hitzeeinwirkung auf die Akupunkturpunkte das Meridiansystem stimuliert. Dadurch sollen blockierte körpereigene Energien "Qi" wieder zum Fliessen gebracht werden.

Es handelt sich dabei um in Papier eingewickeltes Beifuss-Kraut (Artemisia vulgaris) in Form einer etwa 20 cm langen und 1.5 cm dicken Zigarre. Das Papier wird dabei an einem Ende entfernt und die Zigarre dann mit einem Feuerzeug oder einer Kerze angezündet. Die Glutfläche der Zigarre wird nun dem zu behandelten Punkt bis zu etwa 1 cm entfernt genähert, bis der Patient ein deutliches Hitzegefühl spürt, dann wieder kurz entferernt. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis die Haut deutlich gerötet ist. Nach dem Gebrauch wird die Glutspitze der Moxa-Zigarre einfach in ein mit Sand oder Salz gefülltes Gefäss getaucht, um sie zu löschen. Der Rest der Zigarre kann danach zu jeder Zeit wieder angezündet werden.

Eine von westlichen Anwendern aufgestellte Theorie besagt, dass durch die Hitze die Nervenenden in der Haut stimuliert werden, was die Hirnanhangsdrüse und die Nebennieren anrege, Hormone auszuschütten. Durch die Wärme wird die Durchblutung geföhrdet und der Stoffwechsel angeregt. Auch die Anregung des körpereigenen Immunsystems durch Wärmereize wird von Medizinern anerkannt.

Moxa darf nicht bei Fieber, akuten Entzündungen, während der Menstruation, sowie bei übermässiger Nervosität und Schlaflosigkeit eingesetzt werden.

Qigong und Taiji (Schattenboxen)








Qigong und Taiji erhalten den harmonischen Fluss des Qi. Ihre sanften Bewegungen wirken sich positiv auf Beschwerden der Wirbelsäule aus, auch Patienten mit Asthma, Bluthochdruck, Migräne usw. profitieren davon. Da sie insgesamt kräftigend auf den gesamten Bewegungsapparat und das Immunsystem wirken, sind sie auch besonders gut zur Vorbeugung geeignet.